Westfront der Roten Armee 1942 bei Rschew
Ein BA-3 und ein Beiwagenkrad M72 in einem kleinen Diorama

 

Diorama "Rote Armee bei Rshew 1942" mit einem BA-3, einem M72 Beiwagenkrad und vier Soldaten


Szenario

2. Weltkrieg - 4. August 1942. Angriff der Roten Armee auf Pogoreloje, Einnahme von Subzoff und Durchstoß bei der Verbindungsstraße Karmanowo-Subzoff. Bei dieser Operation erreichen Aufklärungseinheiten der 106. Panzerbrigade des 12. Panzerkorps die Stadt Subzoff und können nach kurzem Widerstand eine Brücke einnehmen, die den Weg ins Stadtzentrum öffnet.

Maßstab

1/35

Bausätze

  • Zvezda BA-3
  • Zvezda M72 Beiwagenkrad mit zwei Figuren
  • Zvezda russische Infanterie (vier Figuren)

 

  • Diorama, rote Armee, Militär, 2. Weltkrieg, Ostfront
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Baubericht

Die Qualität des alten Zvezda-Bausatzes für den BA-3 war sehr enttäuschend. Der Rumpf hatte Grate so dick, wie das Bauteil selbst. Ich musste einen ganzen Tag die Teile putzen, schleifen usw.

Die Passgenauigkeit war quasi nicht vorhanden. Ich war kurz davor, den Bausatz wegzuwerfen. Nach viel Mühe, Feilen, Spachteln und Schleifen ging es einigermaßen.

Ich habe das Fahrzeug grundiert und dann mit Russian Green von AK, gemischt mit etwas weiß, getupft. Dadurch, dass ich vier Farbschichten auftragen musste, sind einige Details mit Farbe verkleistert. Eine Airbrush lässt sich wohl nicht mehr vermeiden.

Das Grundierungsspray von Revell ist ganz großer Mist und im Prinzip nicht verwendbar. Finger weg davon. Die Farbe ist schlecht, es sprüht viel zu dick auf und die Basisfarbe haftet darauf schlecht. Ich empfehle die Primer von Tamiya und AK (wesentlich günstiger).



Nun ist der Unterboden dran. Ich habe mich für ein dunkles Grau entschieden, später werden Braun- und Erdtöne dominieren. Als nächstes wollte ich meine günstigen Pigmente fixieren. Es ist ein Billig-Make-Up aus einem Billigmarkt. Zum Fixieren benutze ich einen Pigmentfixer von AK. Ihr könnt so viele Schichten übereinander legen, bis es euch gefällt. Ich wollte keinen Schlamm, sondern nur verkrusteten Staub. Lasst das Ganze gut trocknen.

Als nächstes habe ich die decals gesetzt, es sind ja nicht so viele. Um sie flexibler zu machen, könnt ihr entweder extra einen decal softener bestellen oder ihr mischt einfach Essig mit Wasser 1zu4. Anschließend habe ich die Pigmente mit Erdbraun, Olivgrün und Ocker bemalt und das Ganze mit einem matten Klarlack versiegelt. Lasst den Klarlack gut durchtrocknen, somit habt ihr eine gute Basis für das erste wash, hier eine Ölwash mit dunkelbraun. Nun kann sich die Karre schon etwas sehen lassen.

Nachdem die Radkästen durchgetrocknet sind, konnte ich nun die Räder montieren und den ganzen Unterboden und die Felgen mit einem Staubbraun gestalten. Ich möchte den BA-3 alt und verschlissen darstellen, somit dürfen Rost und Lackabplatzer  nicht fehlen.

Für den Rost male ich erst mit Braun und Orange den verrosteten Bereich vor und platziere dann meine Rostpigmente von Vallejo. Vorsicht, weniger ist hier mehr. Tastet euch langsam an das Ergebnis heran. Abschließend könnt ihr mit dünner Farbe noch verlaufene Rostspuren nachmalen.

Lackabplatzer machen sich in zwei Phasen gut. Erst ein helles Grau oder eine sehr helle Basisfarbe (fast weiß) auftragen und dann mit Rostbraun oder Grau das freiliegende Metall auf das Weiß auftragen, somit erzeugt man die Illusion, dass am Rande der Schäden, die Grundierung durchschaut.


Juut, nun zur Idee für das Diorama. Ein Blatt Papier und eine Vorstellung, wie groß es werden soll, hilft. Ich hatte eine Brücke vor Augen, einen alten Zaun und das Krad, dass gewaltsam aufklärt mit dem BA-3 im Rücken. Dazu brauche ich natürlich einen Zaun und eine Brücke. Ich habe einfach angefangen und bin mit dem Resultat sehr zufrieden. Nähere Infos zum Zaun gibts hier.

Die Brücke besteht aus Eisspatel und Holzleisten aus dem Baumarkt, zusammen ca. drei Euro. Die Konstruktion ist einfach, es soll eher eine Fußgängerbrücke sein. Achtet darauf, dass nichts identisch ist, variiert die Bohlenbreite und die Geländermaterialien, dann wirkt es natürlicher. Dann ein kleines wash und später kommt die Anpassung direkt auf dem Diorama.

Den Boden aus Styropor habe ich mit einer Mischung aus Gips, Sand, Holzleim und brauner Acrylfarbe modelliert. Das Gras besteht aus Grasstreu von Spielemax, trockenem Gras von draußen und Grasbüscheln, die ich bestellt habe (ARMY Painter und Fredericus-Rex). Details findet ihr auf meiner Facebook-Seite https://www.facebook.com/Pinselakrobat/.

Der Zaun hat sein finish und das unnatürliche Grün der Grasstreu, habe ich mit selbstgemachten Pigmenten etwas entschärft. Alle Teile sind verleimt bis auf den Baum, den kann man für einen Transport abnehmen.

Das M72 Motorrad mit Beiwagen und zwei alternativen Besatzungen ist das Highlight des Dios. Eine unglaublich gute Qualität, filigrane Bauteile, die alle exakt passen. Das Interessante ist, dass alle Gegenstände, wo Hände rangehören, zweimal enthalten sind. Einmal mit und einmal ohne Hände dran.

Der Bau ist nichts für Anfänger oder Grobmotoriker, geht aber gut von der Hand und sorgt manchmal für Verzweiflung. Bei mir ist eine Menge schief gegangen, doch ich konnte alles wieder ausbügeln. Der Rahmen war durch den Transport gebrochen, ich habe den Gabelkopf falsch angeklebt, dadurch waren das Schutzblech und die Gabel falsch, musste alles wieder zerschneiden und neu kleben. Ich habe die Sattelfeder und die MG-Halterung verloren. Durch das Terpentin im Ölwash hat sich die ganze Kiste fast in ihre Einzelteile zerlegt und dann ist auch noch der Lenker zerbrochen.Ende gut, alles gut. Das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Nun zu den Figuren. Die Qualität ist gut, die Details mittelmäßig. Ich habe sie in vielen verschiedenen Nuancen bemalt mit vielen Details. Den Tragegurt für das MG habe ich aus Alufolie gefertigt. Alle haben ein wash und wurden zum finish trocken gebürstet. Abschließend habe ich wichtige Details, wie Schulterklappen, Knöpfe und Gurte noch mal bemalt. Endlich kann alles auf das Diorama. Am 18. April war Start und im Ziel bin ich am 16. September 2018. Was lange währt, wird gut!